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Der Weg zurück oder doch vor? Vom Ende zum Anfang

Hi zusammen,

da ich erst jetzt dazugekommen bin, diesen Blog einzurichten, wird mein erster Eintrag etwas länger...

Zu Anfang ein kurzes Resumée der letzten Tage, beginnend mit der letzten Prüfungswoche...

Der Lebensinhalt der letzten Woche bestand ausschließlich aus HSB (Handels- und Steuerbilanzen). Ein monotoner Tagesablauf hat Einzug gehalten. Ziel war es innerhalb von 3 Tagen HSB zu können. Bei meinem 1. Prüfungsversuch hatte ich die Prüfung geschoben und mir vorgenommen mich beim nächsten Mal besser darauf vorzubereiten. Doch die Realität hat einen früher eingeholt als gedackt. So kam es wie es kommen musste - 3 Tage mussten reichen. Da wie wir wissen 50% der Steuerliteratur in Deutsch verfasst wurde, habe ich der Unternehmung den Namen "Mission Impossible" gegeben. 3 Tage, 2 Zigarren, mehrere Tütensuppen, ein 5-Liter Faß (damit keine Gerüchte aufkommen, das Faß habe ich weder alleine ausgetrunken noch wurde es ganz ausgetrunken, aber bevor man es wegschmeißt, opfert man sich...) später, saß ich dann auch endlich vor den Prüfungsaufgaben. Nach 1,5h war alles geschafft, das Gehirn war leer und der Akku auch. Aber was heißt hier ausruhen. Nach einer kurzen Verabschiedung von den HSB-Mitstreitern Sören, Stephan und Witas ging es zurück nach PB. Jetzt brauchte ich erstmal eine Stunde Pause um zu realisieren, dass das wirklich meine letzte Prüfung für dieses Studium war. Feiern musste leider auf später verschoben werden, denn ich musste ja noch die Wohnung räumen. Um halb 10 war dann endlich alles mit dem Vermieter geklärt und ich konnte mit einem bis zur Oberkante gefüllten Auto den Heimweg antreten. Natürlich haben solche Fahrten es an sich, dass einem nach spätestens einer Stunde langweilig wird. Und Marius, was macht man in solch einem Fall? Klar man nimmt sein Handy und ruft alle möglichen Leute an. Kurz vor 1 habe ich dann noch kurz bei Johannes in Herzogenaurach vorbeigeschaut und ihm die Malaria-Tabletten gegeben. Die letzten Kilometer gingen dann auch schnell vorbei und ich konnte endlich ins Bett fallen. Den nächsten Tag könnte man grob gesagt als großangelegte Einräumaktion bezeichnen. Da bis jetzt nur das Wann für meine Abschiedsfeier feststand habe ich zwischendurch noch das wo und wie geklärt. Ca 19:30 war das Chaos in meinem Zimmer komplett (für diejenigen die es gesehen haben, es schaut jetzt wieder normal aus...), der Handyvertrag wurde stillgelegt, Telekom-Anschluss in Wolkersdorf gekündigt, Autoschlüssel meiner Schwester anvertraut (Catharina behandle es gut - du weißt "Big brother is watching you!" )

Zusammengefasst: Die Gäste konnten kommen.

Was Planungen natürlich immer so an sich haben, kommt es immer etwas anderes.

An dieser Stelle aber noch mal ein riesen Danke schön für das Buch (habe schon angefangen) und die Freiheitsstatue aus den 1001 Bildern... hat mir beides super gefallen.

Nach der Stürmung der Bar, das Anzapfen der geheimen Alkoholvorräte (Tisch) und eigenem crushed ice haben wir die Cocktail Bar nach Hause verlagert.

Diesem Abend ist dann auch eine Zahnbürste zum Opfer gefallen, wir trauern noch immer um sie. Die Gründe für das tragische Ableben sind noch nicht eindeutig geklärt. Es könnte was mit Tretminen in Zimmern oder doch mit Alk/Cocktails zu tun haben. Wir kamen leider nicht dazu, alles aufzuklären, da wir natürlich noch für Bewegungsausgleich sorgen mussten. Wie die meisten von euch wissen bin ich so ein halber Zappelphilip, soll heißen, sobald Musik läuft sieht man mich des öfteren auf der Tanzfläche (hier nur kurz 2 Zitate/sinngemäße Wiedergaben: ..." der jacobs'sche Tanzstil"... und "Nehmt euch in Acht, Christian wird aktiv - passt auf das er euch nicht mit auf die Tanzfläche zerrt").

Und da idealerweise gerade Bergner-Party war, musste man die Chance nutzen. Und wie es immer auf Bergner-Partys so ist, trifft man einen Haufen alter Schulkollegen... So kurz vor drei haben uns dann aber doch die Kraft verlassen und sind nach Hause gefahren.

Nach einem super reichhaltigen Frühstück - das haben Abschiedsessen so an sich (was anderes hätte mich auch nicht aus dem Bett gelockt ), ging es an die große Packaktion. Wer mich kennt wusste schon vorher das es mal wieder knapp werden sollte. Idealerweise wusste ich auch erst Abends, wie kalt es in Austin im Winter sein kann. Es wurde mir aber versichert, dass ich außer 2-3 Pullover nichts brauche (sorry wollte euch nicht neidisch machen). Aber um 21 Uhr war es dann doch geschafft und das Zimmer sah dann auch wieder normal aus. (Beweisfotos werden nachgeliefert...)

Der Anfang:

Am nächsten Morgen, eigentlich sollte man besser Nacht sagen, ging der Spaß los! Nach ganzen 3h Schlaf war das auf Aufstehen ne richtige Qual. Das "Guten Morgen" viel knapp aus, da jeder noch auf Notakku lief. Nach der Dusche ging es aber schon besser. Die Fahrt zum Flughafen war dann ziemlich surreal. Meine Füße haben sich wie Holzbeine angefühlt - total taub, als wenn sie eingeschlafen wären aber ohne kribbeln. Mir kam es so vor als wenn ein Film abgespielt werden würde und ich selbst nur Zuschauer bin.

Am Flughafen angekommen, mussten wir feststellen, dass uns unnötigerweise eine Stunde Schlaf geraubt wurde. Wer sollte schon wissen, dass man erst eine Std. vorher einchecken kann...

Bei der Abgabe des Gepäcks, wurde mir auch bewiesen, dass 46 Kilo nicht gleich 46 Kilo sind. (Jan ich weiß du wusstest es schon vorher ) Naja so durfte ich obwohl ich weniger als 46 Kilo hatte, zahlen!! Verbuch ich mal unter Erfahrung. Es wurde sogar noch besser. Sie konnten mir nicht mal die Gates und Sitzplätze für Frankfurt - Chicago und Chicago - Austin nennen. Den Sitzplatz für den Flug nach Chicago habe ich dann erst bekommen, nach dem sich die Menschenmassen ins Flugzeug begeben haben... Die letzten Hoffnungen einen Notausstiegsplatz zu bekommen wurden somit im Keim erstickt - aber was solls, sonst hat ja alles geklappt. Da 9h Flug recht lange sein können, habe ich die Zeit genutzt und das zusammengeschrieben, dass ihr im Moment lest.

Chicago war dann doch noch ein Erlebnis. Der Flug hatte eine halbe Stunde Verspätung. Da ich aber 2,5 h in Chicago Aufenthalt hatte war das noch kein Problem. Doch als ich zur Passkontrolle kam und ich die lange Schlange gesehen habe, musste ich doch das erste mal auf die Uhr schauen. Nach ein bißchen mehr als einer Stunde konnte ich durch den Zoll gehen und mein Gepäck gleich wieder abgeben. Jetzt hieß es nur noch herausfinden zu welchem Gate ich muss (auf meinem Ticket stand ja leider nichts drauf) und einsteigen.

Nach einem Terminalwechsel (Im ATS (Airport-Transport-System) wurde ich dann auch gleich als Deutscher enttarnt. Ich hatte gefragt, ob der Sitz noch frei ist anstatt wie in Amerika üblich ob der Sitz besetzt ist... man lernt nie aus...) war ich dann endlch beim Sicherheitscheck gelandet. Doch leider wollten die mich nicht kontrollieren. Sie haben mir gesagt, dass sie mit dem Ticket nichts anfangen können. Also gut - man ist ja nicht so - man wechselt also wieder das Terminal (Bei United kann man leider nur im 1. Terminal einchecken und nicht im 2.) und begebe mich zu einem dieser Easy-Check-In Automaten um mir das "richtige" Ticket auszudrucken zu lassen. Da mein Flug in 30 Min fliegen sollte, war ich jetzt ein bißchen in Eile. Also schnell wieder zum Sicherheitscheck im anderen Terminal und dann endlich zum Gate rennen. 5 Min bevor das Flugzeug gestartet ist, saß ich dann auch endlich auf meinem Platz.

Als ich dann in Austin aus dem Flugzeug stieg, kam ich mir wie im Urlaub vor. Die Wärme, die einem entgegen kam, hat einen sofort an Tenneriffa oder Mauritius erinnert.

Also in Austin nur noch das Gepäck abgeholt, Auto entgegengenommen und ab ging es Richtung Wohnung. Nach einer Std. Fahrt stand ich dann auch vor den Türen der Häuser-Gruppe. Aber wie reinkommen - wenn man den Vermieter nicht anrufen kann und es keine "Klingel" gibt. Aber genau zum richtigen Zeitpunkt kam ein Auto raus , so dass ich endlich bis vor die Haustür fahren konnte. Nach einem kurzen Klingeln hat mich dann die Schwester von Konrad (Namen werde ich nachliefern, habe ihn leider vergessen) begrüßt. Sie gab mir zu Anfang auch gleich eine Rundführung durch das Haus. Man fühlt sich echt wie in einer Altbauwohnung. Hohe Decken und zig verschiedene Möglichkeiten/Türen durch die man einen Raum betreten kann. Nachdem ich mich dann in meinem Zimmer ausgebreitet habe, habe ich mich erstmal auf die Terrasse gesetzt, Musik gehört und die Aussicht genossen. Die Schwester hat mir später noch 2 weitere Hausbewohner vorgestellt. Fragt mich nicht nach den Namen... ( Auf jeden Fall habe ich die Namen das erste mal gehört - so ähnlich wie dussie). Einer der beiden Hunde hat mich irgendwie an englische Landlords und ihre Jagdhunde dran erinnert. Mit seinen 1,2m Höhe und 1m Länge hatte er auch gleich meine volle Aufmerksamkeit.

An meinem ersten Arbeitstag ist bis jetzt noch nicht viel passiert . Dirk hatte mich erstmal rumgeführt und mir wieder viele Leute vorgestellt. Ihr wisst Namen.... Ich bin schon Stolz dass ich mir 5 Namen merken konnte... So kurz nach 11 Uhr Ortszeit war es mit der Ruhe aber auch schon vorbei. Dirk hatte mir Scott Waldrop (Projektleiter) vorgestellt. Er sollte in 4 Woche ein RFP für US Postal Services erstellen, wobei schon eine Woche vorbei ist und bis auf das Kickoff meeting noch nichts gelaufen ist. Und jetzt dürft ihr dreimal raten, was ich jetzt machen darf... Naja da ich bis jetzt noch keinen eigenen Account habe, ging bis jetzt alles über meine private Emailadresse. Ich hoffe im Nachhinein, dass es kein Fehler war.

Naja an die Schreibweise von J und 1 muss ich mich auch noch gewöhnen... Manchmal bin ich mir echt nicht sicher ob sie nachfragen was ich geschrieben habe, weil ich so geschmiert habe oder weil sie es wirklich ganz anderes schreiben...

Das schlimmste ist aber die Tastatur! In jedem Satz gibt es besimmt 20 Tippfehler...

Als ich dann kurz vor 7 wieder zu Hause war, ging es auch gleich zum Einkaufen. Ich kam mir vor wie ein Kleinkind. Es ist gar nicht so einfach einen Gauda im Käseregal zu finden - besonders wenn man den englischen Namen nicht weiß. Ergebnis war, dass ich nach der Farbe des Käses gegangen bin und sicherheitshalber 2 verschiedene Käse genommen haben. Ich musste feststellen das sich das Gerücht bezüglich Brot bewahrheitet hat. Es gibt zigverschiedene Toasts aber kein richtiges Brot. Also falls jemand mal hier in Austin vorbeischauen will, dann BITTE deutsches BROT mitbringen - ich vermisse es jetzt schon... Die ganzen Maßeinheiten in den USA sind manchmal wirklich irrwitzig - wo sonst kann man genau 374g Spaghetti oder 1,84 Liter Wasser ... einkaufen.Das beste kommt aber zum Schluß. Als ich eine Verkäuferin gefragt hatte ob sie Tee(-beutel) im Angebot haben, hat diese mich erstmal verdutzt angeschaut und gefragt ob ich wirklich Teebeutel meine. Sie sah mich an, als wenn ich vom Mars kommen würde...

So das wars jetzt erstmal.. Hoffe ihr hattet ein bißchen Spaß beim lesen

 

ciao

Christian

2 Kommentare 11.10.06 22:10, kommentieren

2. Tag

hi fleißige Leser,

heute war es ziemlich ruhig. Morgens durfte ich mir erst mal meine "Zutrittskarte" zum Gebäude-Komplex abholen, konnte mich über meinen neuen Account freuen und habe meinen neuen Laptop eingeweiht.

Mittags gab es dann eine kleine Überraschung. Mir wurde gesagt, dass ich wegen des RFPs (Request for proposal) nächste Woche Dienstag nach Washington fliegen soll, um den Status und das weitere Vorgehen mit unserem Partner vor Ort zu klären. Ach ja - vorbei ist es mit diesem schönen Halbtagsjob  

Zuhause angekommen, sollte eigentlich mein Zimmer fertig möbliert sein, doch leider ist bis jetzt außer dem Bett noch nichts gekommen. Ich hoffe das ändert sich noch...

Abends habe ich dann für die WG mal Spaghetti Bolognese gekocht, etwas "deutscheres", dass ich kochen kann, ist mir leider nicht eingefallen

 Also das wars schon

Bis zum nächsten mal

Bye

Christian

P.S: Natürlich seid ihr herzlichst eingeladen mir ne Mail oder ins Gästebuch zu schreiben 

 

1 Kommentar 12.10.06 05:28, kommentieren

Feierabend

Hi,

es ist gerade 18 Uhr und ich sitze noch in der Firma. Wir machen gerade ne kurze Pause und ich habe mir gedacht, die Zeit muss ich nutzen... Ab heute kann ich sagen, bin ich wirklich voll ausgestattet. Jetzt klappt nicht nur mein privates Handy, nein ich habe auch ein Firmenhandy und den VPN-Key bekommen, damit ich von ueberall ins Wincor Netz komme. Zuhause sind jetzt auch endlich die Moebel angekommen - zwar nicht der Boerner aber ok. Fuer ne erste Woche muss ich sagen war es recht anstrengend. Kam heute wegen dem RFP noch nicht mal zum Essen. Gottseidank ist bald Feierabend. Kommende Woche Freitag habe ich mich mit Taryn verabredet. Sie wollte mir ein bisschen die Stadt zeigen und anfangen soll das ganze bei einer C(ouch)S(urfing) versammlung.
Morgen frueh treffen Scott, Barry und ich uns nochmal in der Firma um das Management Proposal fertig zu schreiben und die Woche in Rockville Maryland zu planen. Ausser Flug habe ich bis jetzt naemlich noch nichts. So wie es ausschaut werde ich Sonntag nachmittag ueber Houston nach Baltimore fliegen und mir da irgendwo am Flughafen ein Zimmer nehmen. Am naechston morgen werde ich dann, wenn alles klappt, ein Auto mieten und nen Kollegen vom anderen Flughafen (Washington Reagon Airport) abholen, anschliessend geht es dann Richtung Rockville. Bin mal gespannt wie ich so mit dem Verkehr klar komme - aber vielleicht bekomme ich ein Auto mit GPS - drueckt mir die Daumen...

Ich hoffe ich komme nach der Arbeit mal dazu mir ein bisschen Washington oder Baltimore anzuschauen. Falls es klappt stelle ich die Bilder natuerlich online.

Aber step by step.
Morgen Nachmittag ist erstmal die Boat party angesagt. Die Firma hat ein Partyboot gemietet und alle Mitarbeiter eingeladen. Und das beste ist, ist direkt um die Ecke am Lake Travis. Hoffe das Wetter spielt mit.

ok das solls gewesen sein fuer heute

Bis zum naechsten mal

ciao
Christian

P.S: Wusstet ihr dass "cool beans" die gleiche Bedeutung hat wie thanks?

P.P.S: Ich wollte noch kurz Werbung fuer den Newsletter machen. Hat den Vorteil, dass ihr nicht jeden Tag reinschauen muesst um nach zuschauen ob ich was neues geschrieben habe sondern ihr bekommt ne Mail sobald sich was getan hat
P.P.P.S: Kleine ergänzung: Bin eben mal ein bißchen joggen gewesen..Um so weiter man von der Hauptstraße wegkommt um so größer werden die Häuser. Unten am kleinen Hafen waren es schon halbe Schlößer. Leider hatte ich die Digicam vergessen. Nächstes mal werde ich ein paar Fotos schießen und online stellen...

1 Kommentar 14.10.06 01:37, kommentieren

Kurzes Lebenszeichen

Hi,

sorry dass ich mich schon länger nicht mehr gemeldet habe. Morgen wird es auf jeden Fall ein großes Update mit mehreren Highlights u.a. Polizisten... geben - versprochen.

Ich muss leider gestehen mir ist auf der Seite ein kleiner Fehler unterlaufen.

Ich habe was propagiert, dass ich noch gar nicht habe. Es geht um den Newsletter-Abo. Regina/Thomas hatten mich darauf gebracht. Es sollte jetzt funktionieren. Ihr könnt jetzt links oben unter abonnieren eure eMail-Adresse eintragen und dann bekommt ihr jedes mal wenn ich einen Eintrag schreibe automatisch eine eMail.

Morgen, wenn ich wieder in Austin bin, gibt es mehr...

Gute Nacht

Christian 

19.10.06 05:44, kommentieren

Die Ausschweifungen von C aus A in T

Ein Howdy an die große, weite Welt da draußen Sorry, dass ich mich schon lange nicht mehr gemeldet habe, wird hoffentlich nicht mehr vorkommen. Wie ihr vielleicht wisst bin ich am Sonntag für ein paar Tage nach Washington geflogen. Auf dem Weg dorthin habe ich natürlich einige Dinge, die meine Aufmerksamkeit geweckt haben, so runter geschrieben. Nach und Nach habe ich das ganze noch um ein paar Sachen ergänzt. Also nicht wundern wenn es etwas durcheinander geht. Ich sitze gerade auf dem Flug nach Houston. Es ist kurz nach 16 Uhr. Wir sind noch nicht mal gestartet und schon wurde einem wegen Regen die erste Verspätung angekündigt. Ich fühle mich irgendwie an Chicago erinnert... Sobald es hier in Austin - vielleicht sogar in ganz Texas anfängt zu regnen, spielen die Leute verrückt. Sie fliegen nicht los, fahren alle nur noch 20 Meilen pro Stunde.... Eigentlich hätte ich in Houston eine Stunde Aufenthalt, mal schauen ob es ein kürzerer oder ein wesentlich längerer Aufenthalt wird... Naja Dank dem Film "Terminal" weiß ich ja, dass man auch mehrere Tage/Wochen auf nem Terminal leben kann Aber das Ganze hätte natürlich auch sein Gutes (wie bei fast jeder anderen Sache gibt es immer 2 Seiten der Medaille) - ich könnte mir Abends Houston anschauen und könnte mir die nächtliche Fahrt vom Baltimore/Washington Airport (für die Experten unter euch BWI) nach Rockville sparen. Aber zwischendurch wollte ich euch mal über ein paar weitere Kleinigkeiten informieren, die mir in letzter Zeit so passiert sind. Uschi hatte mich vorletzten Freitag noch dran erinnert, dass ich in den USA weder zu schnell fahren noch was trinken soll bevor ich fahre (aber mit einem Glas Sekt intus kann man immer noch fahren oder Thilo?). Für alle die jetzt denken - ihn hats erwischt - die muss ich leider enttäuschen. Aber ich muss zugeben es war knapp. Es war das erste mal, dass mir das frühe Aufstehen geholfen hat. Es war auf dem Weg zur Arbeit. Noch halb im Schlaf, halb in Gedanken fahre ich so auf der FM620. Da sehe ich doch glatt nen Polizisten auf dem Motorrad mit ner Art Laserpistole. Ihr glaubt gar nicht wie schnell man wach werden kann. Bin natürlich sofort auf die Bremse getreten - ist so ne Art Reflex von mir - muss sagen hat mir bis jetzt auch fast immer geholfen (außer 6-7-mal). Gott sei Dank war ich noch so müde, dass ich nur dahin geschlichen bin. Schwein gehabt. Dank dieser Erfahrung halte ich mich zumindest grob an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten. Es geht ja hauptsächlich um Nachmittags/Abends, morgens besteht die Gefahr bei mir ja nicht so. Aber mal schauen wie lange das Geschwindigkeitsbewusstsein bei mehr als 200PS unter der Haube anhält. Kommen wir zu der zweiten Kurzgeschickte / Auffälligkeit: Eben gerade kam die Ansage, dass wir uns noch mal um 15 Min verspäten, ich sehe schon schwarz für den Flug nach Baltimore. In 20 Min zum anderen Terminal/Gate wechseln und boarden – das wird mein neuer persönlicher Rekord Aber jetzt wo wir schon mal beim Fliegen sind hierzu ne kleine Anekdote. Ich hatte mir extra eine Karte ausgedruckt, damit ich von der Arbeit zum Airport finde. Ich war froh dass Barry - er musste nach Florida - mitgefahren ist. Apropo Karte - ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass auf amerikanischen Karten immer der Maßstab fehlt und man nie weiß ob es 5 Meilen oder 50 Meilen sind! Naja aber zurück zur Geschickte. Irgendwie haben wir es geschafft uns doch noch kurz zu verfahren. Aber wir hatten genug Zeit, so dass es kein Problem war. Wer denkt, dass wir als nächstes am Flughafen geparkt haben, der irrt sich. Da zumindest am Flughafen Austin Parkplatzmangel herrscht, sind wir zu Parking Xpress gefahren, haben das Auto dort abgegeben und sind die letzten 3 Meilen mit dem BUS gefahren. Der Check-IN hier läuft teilweise etwas anders ab als in Europa üblich. Natürlich gibt es auch hier Check-In, einen extralangen Security-Check und das Boarding... aber im Vgl. zu Europa tritt man am Schalter keiner Person gegenüber sondern einem Automaten. (Das wäre mal ne Geschäftsidee für Wincor gewesen). Ich glaube die nennen den Automaten self-service bag-in ticket counter oder so ähnlich Du stellst dein Gepäck auf die Waage, tippst die Confirmation number deines vorher ausgedruckten eTickets ein, wählst aus wie viele Gepäckstücke du hast, klebst die Ausdrucke an dein Gepäck und das wars dann... Kurze Information: Den Flug nach Baltimore habe ich dann doch noch geschafft, sie hatten mich zwar schon ausgerufen, aber ich saß im Flieger als er abhob - das ist die Hauptsache... Auf dem Flug habe ich dann Mario kennen gelernt. Wir kamen so ins Gespräch und ich habe ihm dann ein paar fränkische Schimpfwörter (muss selbst noch mal kurz nachschauen wie man die schreibt - kannte die bis vor 2 Wochen auch noch nicht wie zum Beispiel debberder Haumdaucher und bleeda Dolln beigebracht. Dieser "interkulturelle Austausch" war wirklich sehr witzig. Da er selbst in Washington wohnt, hat er mir noch seine Handynummer gegeben, dass ich ihn anrufen kann, falls ich es schaffe während der nächsten Tage nach Washington zu fahren. Er hat sich bereit erklärt mir die Stadt zu zeigen... Später als ich endlich in Baltimore angekommen bin, war es gerade mal 5°C. Da ich noch das angenehme Wetter von Austin gewohnt war, war ich bis dahin noch im Tshirt unterwegs gewesen und habe erstmal gefroren. Nach dem ich mein Auto abgeholt habe, bin ich auch erst mal gut aus Baltimore raus gekommen. Das Auto war wirklich klasse - alles Mögliche an Schnick Schnack von Ledersitzen zu Sitzheizung... Es war jetzt kurz nach 12 und ich war endlich auf dem Weg nach Rockville. Soweit so gut. Man hatte eine fünfspurige Straße fast für sich alleine, nur vereinzelte Autos und mehrere überlange Trucks waren unterwegs. Wenn man im Rückspiegel nur 2 große Lichter sieht und einen kräftigen Ton/starke Vibration im Auto hört oder spürt und sie dann an einem vorbeiziehen, weil man selbst etwas langsamer fährt, um sich auch nicht zu verfahren, sind sie doch recht eindrucksvoll. Kurz vor dem Ziel habe ich mich dann doch noch verfahren. Na super - bin ne halbe Std. mit meinen ausgedruckten Karten nachts um 1:30 durch die Stadt geirrt und habe nach der Straße gesucht. Nicht dass das schon genug gewesen wäre, nein, es kommt natürlich noch besser. Ich irre so herum, habe die Karte bei mir auf dem Lenkrad und versuche an Hand der Kartenausschnitte herauszufinden wo ich lang fahren muss. Naja und was passiert natürlich, ich sehe ne rote Ampel zu spät (99% der Ampeln haben um die Uhrzeit gelb geblinkt und ich erwische natürlich die Falsche). Na gut ich konnte mich zwar noch umsehen, ob ein Auto von links oder von rechts kommt, aber fürs abbremsen war es zu spät, sonst wäre ich mitten auf der Kreuzung gestanden. Im ersten Moment habe ich gedacht scheiße - zu spät - gott sei dank ist es noch mal gut gegangen - irgendetwas in der Reihenfolge. Aber es kommt wie es kommen musste. 500 Meter nach der Ampel habe ich 2 blau/rote Lichter hinter mir gesehen. Ich sag euch, wenn was kommt, dann kommt alles zusammen. Ich dann natürlich brav angehalten und wie man das so aus US TV Filmen so kennt, Arme aufs Lenkrad und ja keine hektischen Bewegungen. Ihr könnt mir glauben da war ich wieder wach. Naja 5 Minuten später hatte ich der Polizistin meine Situation erklärt und bisschen auf dumm gestellt (bin aus Deutschland, war hier noch nie....) dann hatte sie netterweise ein Auge zugedrückt und das Gute an der Sache, sie hat mir dann den richtigen Weg gezeigt, so dass ich dann endlich kurz vor 2 in meinem Hotelzimmer war. Nachdem ich dann schnell die wichtigsten Sachen ausgepackt hatte und wieder einmal die Uhr umgestellt habe (Im Vergleich zu Europa muss man hier öfters die Uhr umstellen) bin ich bloß noch ins Bett gefallen. Heute Morgen dann so kurz vor 8 aufgestanden, schön gefrühstückt und jetzt warte ich gerade auf Chad, damit wir gemeinsam zum Office fahren können und schreibe gerade die Erlebnisse runter... Die nächsten 4 Tage lassen sich recht schnell zusammenfassen. Morgens um 7:30 hatten wir jeden Tag ne Telefonkonferenz mit den Leuten aus Deutschland, danach ging es dann ins Office und es wurde gearbeitet. Mittags wurde uns was zu Essen vorbeigebracht, damit wir auch ja nicht zuviel Zeit verschwenden (Essen sehen die Amerikaner als notwendiges Übel und Zeitverschwendung an - nicht so wie die Franzosen die gut und gerne 3 Stunde für ein Abendessen... brauchen). So um 19 Uhr wurden wir dann vom Partner zum Essen eingeladen. Nach der ~ einstündigen Pause ging es dann zurück ins Hotel und es wurde noch bis 12-1 gearbeitet. Das mit dem Washington Besuch musste ich leider verschieben. Wenn alles klappt, werde ich kommende Woche Do noch mal nach Washington fliegen und das Wochenende dort verbringen. Drückt mir die Daumen, dass es mit der Kostenübernahme klappt!!! Die/Der Rückfahrt/-flug war heute recht unspektakulär. Außer einer kleinen Verspätung - wie sollte es anders sein - ging alles glatt über die Bühne. Das Erstaunliche an der Reise von Rockville nach Austin war aber, dass ich von Haustür zu Haustür gut und gerne 11 Stunden gebraucht habe. Es zeigt zumindest ansatzweise wie groß die USA ist oder wie es Barry ausdrücken würde, 45% der Amerikaner waren noch nie außerhalb der USA. So das soll’s fürs erste gewesen sein. Es gibt zwar noch genug Geschichten zu erzählen, aber es soll ja ein Tagebuch sein und kein Roman. Also freue mich von euch zu hören. Viele Grüße aus Austin Christian P.S: englische Wörter, die die Welt nicht braucht aber man sich trotzdem merkt Teil II: bluff = Felsvorsprung, Panorama.... und für alle Partyfans ganz wichtig pregaming P.P.S: Die neusten Bilder werde ich morgen Abend nachreichen!!!

20.10.06 07:29, kommentieren

Die Kleinigkeiten machen es aus...

Hi zusammen,

 

wie versprochen melde ich mich heute wieder - sogar aus Austin (leider veraltet)

Zu Anfang noch ein paar Nachträge zu den letzten Tagen/Erlebnissen:

Das Thema Essen ist immer noch ne kleine Herausforderung. Es ist ja nicht so, dass man verhungert, aber manchmal weiß man einfach nicht was man bekommt. Nein das ist nicht nur beim normalen Einkaufen im Supermarkt sondern ganz besonders in FastFood Ketten wie Five Guys, Taco Bell, Nathan, Burger King und wie sie alle heißen.

Als ich am Donnerstag am Flughafen mir etwas zu Essen kaufen wollte - war es mal wieder so eine Situation.

Man hatte sich eins dieser FastFood Restaurants ausgesucht und die Karte studiert. Ich habe mich diesmal für einen normalen Cheeseburger entschieden. Aber so einen Cheeseburger zu bestellen ist ja natürlich nicht so einfach. Man kann nicht einfach einen Cheeseburger bestellen nein man muss ja auch noch bestimmen ob man Tomaten, Gurken,... haben will. Und da die Leute schon so in die Routine verfallen sind, rasen die mit einer Geschwindigkeit durch die ganzen Zutaten, dass man schon nach den ersten 3 aufgibt und einfach nur nickt. Die beste Lösung in so einem Fall ist natürlich "Mit allem". Allein aus diesem Grund ist der Burger jedes mal etwas anders und man weiß nicht wo man gerade reinbeißt Aber mit dem "mit allem" geben die sich immer noch nicht zufrieden, nein man muss auch noch zwischen mehreren Käsesorten... aussuchen. Wenn das dann endlich geschafft ist, kann man seinen wohl verdienten Burger essen. Guten Appetit!

 

Auf dem Flughafen sind mir dann auch schon die ersten Ausläufer von Halloween begegnet. Vorher hatte ich davon nur im Radio gehört.  Hier wird Halloween ja wirklich absolut zelebriert. Ich bin mal in einen dieser Halloween Läden rein gegangen. Die haben wirklich alles was man sich so vorstellen kann - ist der absolute Wahnsinn. Die riesige Auswahl erleichtert einem natürlich die Entscheidung, als was man sich verkleiden will, nicht gerade. Falls ihr also einen Tipp haben solltet, als was ich mich verkleiden kann, immer her damit - egal wie abwegig es sein sollte.

 

Ist zwar schon etwas her, dass ich den "Müllschlucker" das erste mal genutzt habe, aber er ist eine Erwähnung im Tagebuch wert. Er hat seinen Namen wirklich verdient. Eine unscheinbare "Drechselmaschine" mitten in der Küche. Mit dem Teil bekommt man wirklich alles klein und es macht jedes Mal Spaß auszuprobieren was er denn noch so alles verträgt. Mir kommt es so vor als wenn der Schlucker ein Fass ohne Boden ist. Ich habe noch nie gesehen, dass der Behälter mal geleert werden musste - echt erstaunlich. Sonst gehen die Amerikaner in Sachen Mülltrennung aber eher nach dem Motte "Alles in einen, einer für alles" vor.

 

Vera hatte mir zum Abschied das Buch die "Streiflichter aus Amerika" von Bill Bryson geschenkt. Ich muss zugeben, wenn sich die Zeit findet, dann verschlinge ich das Buch und komme aus dem Lachen nicht mehr raus. Damit ihr einen kleinen Einblick bekommt, wollte ich euch ein recht gutes Kapitel nicht vorenthalten. Ich habe es ausgesucht, da bei mir demnächst der Gang zur Behörte ansteht. Der gelungene Titel heißt: "In der Behörtenmühle"

(etwaige Tippfehler bitte entschuldigen)

 

"Ich kann Ihnen nicht mal ansatzweise erzählen, wie frustrierend es ist, wenn man für eine im Ausland geborene Gattin oder andere geliebte Anverwandte in den Vereinigten Staaten eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung haben möchte. Erstens reicht der Platz hier nicht, zweitens ist es sterbenslangweilig, drittens kann ich nicht darüber reden, ohne Rotz und Wasser zu heulen, und viertens würden Sie ohnehin denken, ich hätte alles nur erfunden.

Ich sehe Sie schon verächtlich schnauben, wenn ich Ihnen berichte, daß ein Bekannter von uns - ein hochrangiger Akademiker - mit offenem Mund dasaß, als seiner Tochter von der Einwanderungsbehörde Fragen gestellt wurden wie: " Haben Sie sich jemals eines gesetzwidrigen Wirtschaftsvergehens schuldig gemacht, einschließlich, aber nicht beschränkt auf, illegales Glücksspiel?" und "Sind sie jemals Mitglied der kommunistischen Partei gewesen, oder haben Sie ihr oder einer anderen totalitären Partei auf sonst eine Weise nahegestanden?" une meine Lieblingsfrage "Haben Sie die Absicht, in den Vereinigten Staaten Polygamie zu praktizieren?" Ich sollte vielleicht darauf hinweisen, daß das Kind fünf Jahre alt war. Sehen Sie, ich könnte schon losheulen. Mit einem Land, das, ganz einerlei, wem, derartige Fragen stellt, stimmt gewaltig was nicht. Nicht nur, weil sie schlicht aufdringlich und irrelevant sind, und auch nciht weil Fragen nach der politischen Orientierung eines Menschen in krassen Widerspruch zur amerikanischen Verfassung stehen, sondern weil sie  eine kolossale Verschwendung von jedermanns Zeit sind. Wer erwidert schon auf die Frage, ob er die Absicht hat, Genozid oder Spionage zu betreiben, ein Flugzeug zu kapern, sich bigamistisch zu verheiraten oder irgendeiner anderen unerwünschten Tätigkeit von dieser langen, eigenartigen paranoiden Liste zu frönen: Ja selbstverständlich! Schmälert das etwas meine Chancen einzureisen?

Wenn es alles nur bedeuten würde, eine Reihe sinnloser Fragen unter Eid zu beantworten, dann würde ich ja noch seufzen und Ruhe geben. Aber es geht um unendlich viel mehr. Wenn man legal in den USA leben will, muß man Fingerabdrücke abgeben, sich ärztlichen Untersuchungen und Bluttests unterziehen sowie Affidavit-Briefe, Geburts- und Heiratsurkunden, Nachweis der Beschäftigungsverhältnisse, Belege zur wirtschaftlichen Situation und vieles andere mehr beibringen. Und alles muß auf eine vorgeschriebene Weise gesammelt, beglaubigt, vorgelegt und bezahlt werden. Meine Frau mußte kürzlich eine Vierhundertkilometer-Rundreise machen, um eine Blutprobe in einer Klinik abzugeben, die von der Ausländerbehörde anerkannt ist, obwohl sich eine der besten Lehrkliniken der Vereinigten Staaten in ebender Stadt befindet, in der wir wohnen. Man muß endlose Formulare ausfüllen, jedes mittels ellenlanger Anweisungen, die sich oft gegenseitig wiedersprechen und fast immer dazu führen, daß man noch mehr Formulare braucht. Ganze Tage bringt man damit zu, eine Telefonnummer anzurufen, die besetzt ist. Falls man doch endlich durchkommt, wird man angewiesen, eine andere Nummer zuwählen, die man aber nicht ganz mitkriegt, weil die Person am anderen Ende sie einem vornuschelt und dann sofort auflegt. So ist es bei jedem Kontakt mit jeder x-beliebigen Abteilung eines US-amerikanischen Behörde. Nach einer Weile versteht man allmählich warum selbst knallharte Cowboys in Gegenden wie Montata ihre Ranchen zu Festungen ausbauen und damit drohen, jeden Regierungsbeamten zu erschießen, der so dumm ist , ihnen ins Fadenkreuz zu laufen. Es nützt auch gar nichts, die Formulare nach besten Wissen und Gewissen auszufüllen, denn wenn auch nur die geringste Kleinigkeit nicht in Ordnung ist, kriegt man den gesamten Kladaradatsch zurück. Meine Frau bekam einmal die Unterlagen wieder weil der Abstand zwischen Kinn und Haaransatz auf ihrem Foto um 3mm von der Norm abwich. Bei uns dauert das ganze schon 2 Jahre. Und bitte verstehen sie, meine Frau will weder als Gehirnchirurgin praktizieren noch Spionage betreiben, noch mit Drogen dealen und sie will auch nciht beim Sturz der amerikanischen Regierung oder sonst einer verbotenen Aktion mitwirken (wobei ich ihr, ehrlich gesagt, nun nicht mehr im Wege stehen würde). Sie will hier nur ein wenig einkaufen und legal mit ihrer Familie wohnen. Das ist doch nicht zuviel verlangt! Weiß der Himmel, wo es hakt. Gelegentlich bittet man uns um ein zusätzliches Dokument, und alle paar Monate frage ich nach,w as los ist, aber ich bekomme nie eine Antwort. Vor drei Wochen erhielten wir einen Brief von dem Londoner Außenbüro der Einwanderungsbehörde und dachten schon, das sei endlich die offizielle Genehmigung. Guter Scherz! Es war ein Computerbrief, in dem stand, mit dem Antrag sei seit zwölf Monaten nichts passiert und deshalb sei er nun ungültig. All das habe ich Ihnen aber nur so weitschweifig erzählt, weil ich eine Geschichte loswerden muß, die ein paar britische Freunden von uns hier in Hanover widerfahren ist. Der Mann ist seit etlichen Jahren Professor an der hiesigen Universität. Vor achtzehn Monaten flogen er und seine Familie zurück nach England, weil er ein Sabbatjahr hatte. Als sie in Heathrow ankamen und sich freuten, wieder zu Hause zu sein, fragte der Grenzbeamte, wie lange sie zu bleiben gedächten. "Ein Jahr", erwiederte mein Freund frohgelaunt. "Und was ist mit dem amerikanischen Kind?" fragte der Beamte mit hochgezogener Braue. Der Jüngste, müssen Sie wissen, war hier geboren, und sie hatten sich nie die Mühe gemacht, ihn als britische Staatsbürger eintragen zu lassen. Es war erst vier, als würde er in England nicht auf Jobsuche oder dergleichen gehen. Sie erklärten die Sachlage. Der Beamte hörte ernst zu und ging dann fort, um einen Vorgesetzten zu konsultieren. Meine Freunde hatten Großbritannien vor acht Jahren verlassen. Und weil sie nicht genau wußten, um wieviel ähnlicher es in der Zeit den Vereinigten Staaten geworden war, warteten sie mit einer gewissen Bangigkeit. Nach einer Minute kam der Beamte, gefolgt von seinem Vorgesetzten, zurück und sagte leise zu Ihnen. "Mein Vorgesetzter fragt sie jetzt, wie lange Sie in Großbritannien bleiben wollen. Sie Sagen: "Zwei Wochen". Als fragte der Vorgesetzte, und sie antworteten "2 Wochen". "Gut" sagte der Vorgesetzte und fügte dann, als sei es ihm gerade eingefallen, hinzu. "Falls Sie sich entscheiden sollten, Ihren Aufenthalt zu verlängern, wäre es vielleicht keine schlechte Idee, wenn Sie ihr Kind in den nächsten Tagen als britische Staatsbürger registrieren zu lassen." "Stimmt " sagte mein Freund. Und drin waren sie. Deshalb liebe ich Großbritannien. Derhalb und wegen der Pubs und HP-Sauce und der Landfriedhöfe und noch vielem anderen, aber am meisten, weil es dort immer noch einen öffentlichen Dienst gibt, der zu echter Menschlichkeit fähig ist und sich nicht so verhält, als hasse er einen. Und mit diesen Worten verabschiede ich mich. Ich muß meinen Munitionsvorrat auffüllen.

 

Außer das ich mich auf den Regierungsbesuch freue, bleibt mir auch nichts anderes zu sagen, als bis zum nächsten Mal.

 

P.S:

Das neuste Wort der Reihen "Wörter die die Welt nicht braucht...":

Gosh oder Oh my Gosh. Wird euch fast überall über den Weg laufen und immer angebracht.

Kann man sich auch recht gut merken, man muss nur 2 Buchstaben tauschen anstatt sh tt => „oh mei gott“ oder Meine Güte...

 

P.P.S:

Der nächste Eintrag ist schon so gut wie fertig und wird über Washington gehen...

24.10.06 01:53, kommentieren

Paris noch nicht gefunden- bin noch auf der Suche...

Hi,

heute nur ein kurzer Eintrag über den heutigen Tag. Die anderen Geschichten müssen warten.
Während der Arbeit gabs heute nichts aufregendes außer das wir den Vormittag vom Internet abgeschnitten waren.
Echt erschreckend wie abhängig man vom Internet/eMail... ist.
Abends bin ich dann ins Hilton umgezogen
Habe erstmal eine halbe Stunde gebraucht um die ganzen Funktionen des Fernsehers auszuprobieren. Der hat sogar seine eigene Tastatur mit der man ins Internet gehen kann. Aber man kann auch aktuelle Kinofilme auswählen und sich im Zimmer anschauen - so ne Art Heimkino. Für Technikverspielte ist es hier wirklich klasse - nur das so ein Topfilm $12 kostet ist etwas happig...
Später habe ich dann den Rest des Hotels mir mal angeschaut. Die haben hier einen riesen Indoor-Pool und Fitnesscenter. Da ich  meine Badehose natürlich zu Hause vergessen habe, bin ich erstmal auf eine kleine Einkaufs- und Essentour gegangen.
Das Essen war leider nicht so erfolgreich - hat so ziemlich nach Nichts oder doch Garnichts geschmeckt. Jetzt weiß ich warum die hier zu jedem Essen etwas süßes oder Bier trinken. Echt ich vermiss hier schon richtig das deutsche Essen.
Die neugekaufte Badehose werde ich dann auch gleich morgen früh vor dem Frühstück ausprobieren.
Ach übrigens ich habe auch eine Webcam gekauft, d.h. wenn ihr demnächst ChrisTV (in Anlehnung an EdTV) sehen wollt dann ruft   an. Mein Skype-Name ist Jacco123. Ach übrigens wusstet ihr, dass es in den USA auch Geldautomaten Drive-Ins gibt. Da fällt mir gerade so ein passendes Zitat dazu ein: "Die spinnen die..."

so das wars für heute

Bis demnächst
Chris

P.S: Ich habe mal wieder ein paar neue Fotos hochgeladen. Ein paar Fotos sind von Aktivitäten von denen ich noch gar nichts erzählt habe - aber das hole ich noch nach!!

4 Kommentare 25.10.06 04:08, kommentieren